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Parkmuseum Wladyslaw Varnenchik

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Parkmuseum Wladyslaw Varnenchik

Mitte des 14. Jhs. sind die osmanischen Türken auf die Balkanhalbinsel eingedrungen. In gegenseitigen erschöpfenden Kriegen verwickelt, konnten die Feudalstaaten auf dem Balkan ihre Kräfte gegen die osmanischen Invasoren nicht vereinen. Nach einem 40-jährigen hartnäckigen Widerstand unterlag Bulgarien 1396 der Gewalt der Eroberer. Die Osmanen eroberten breite Territorien von Byzanz, einem großen Teil von Serbien und richteten ihre Schläge gegen Walachei und Ungarn, wobei sie ganz Europa bedrohten. Geschwächt von sozialen Kämpfen und inneren Unruhen, konnte Ungarn sich dem osmanischen Druck nicht länger widersetzen und suchte Hilfe bei den Polen. Mit der Unterzeichnung einer Union zwischen Ungarn und Polen im Jahre 1440 und dem Antritt des jungen polnischen Königs Wladyslaw III. Jagiello auf dem ungarischen Thron, wurde der Anfang der zukünftigen gemeinsamen Kämpfe der Ungaren und Polen gegen die osmanischen Invasoren gesetzt. In Transsilvanien, wo die Osmanen verwüstende Feldzüge unternommen hatten, stellte sich der transsilvanische Feldherr Janos Hunyadi an die Spitze des Widerstandes. Seine Siege über die osmanischen Heere 1441 und 1442 zeigten, dass bei einer gut organisierten Aktion der europäischen Staaten die osmanische Invasion gestoppt werden konnte. Ein eifriger Befürworter des Kreuzzuges gegen die Osmanen war der Papst Eugen ?V. Er rief zu einem Feldzug gegen die Ungläubigen auf und begann Geld für seine Organisation zu sammeln.

In Ungarn wurde den Feldzug vorbereitet und die vereinigte Armee aus Ungaren, Polen, Tschechen, Slovaken, Walachen, Serben und Boschnaken, an der Spitze mit dem polnisch- ungarischen König Wladyslaw III. Jagiello und Janos Hunyadi, überquerte 1443 die Donau, durchquerte Serbien und fügte der osmanischen Armee bei der Stadt Nisch eine große Niederlage zu. Viele Freiwillige Bulgaren schlossen sich der Armee an. Die bulgarische Bevölkerung empfing die verbündete Armee mit Freude und half mit Nahrung und Kleidung aus, währenddessen die bewaffneten bulgarischen Truppen das Hinterland des gemeinsamen Gegners angriffen und zerstörten. Nach der Eroberung von Sofia begab sich die Armee nach Odrin, jedoch stoppte der einbrechende schwere Winter ihr Heranrücken.

Im September 1444 überquerte bei Orschowa eine 16 000 Mann starke Armee, zusammengesetzt aus Ungaren, Polen, Tschechen, Slowaken, Walachen, Serben und Boschnaken, wieder die Donau und brach durch Nordbulgarien in Richtung Varna auf. Der Bestand der Armee schloss auch eine Truppe westlicher Ritter, mit Giuliano Cesarini an der Spitze, ein. Als die Armee Nikopol erreichte, schlossen sich 4000 Walachenreiter an. Weitere freiwillige Bulgaren schlossen sich der Armee, auf ihrem Weg an. Nach den entscheidenden Schlachten bei Shumen, Provadiya und den Festungen Petrich und Mihalich erreichte die Armee am 9. November Varna. Gleichzeitig, mit dem Vorrücken der Landarmee, schickte Papst Eugen der ?V., 20 Venezianische-, Genuesische- Galeeren sowie 2 Galeeren aus Dubrovnik zu Wasser mit der Aufgabe, die Durchfahrt der türkischen Armee über die Meerengen zu verhindern jedoch war die entsendete Unterstützung zu schwach, um die türkische Armee aufzuhalten. Andererseits verlautet es unter türkischen Chronikern, dass der Sultan seine Armee auf westlichen fränkischen Schiffen an die europäische Küste hinüberbrachte.

Am 9. November nahmen die zwei Armeen, Positionen in der Nähe von Varna ein. Seitens der Stadt positionierte sich die früher angekommene Armee der Verbündeten. Auf dem einberufenen Rat wurde entschieden, dass noch am nächsten Tag, der Gegner angegriffen wird und dass man mit einem überraschenden Schlag „gewinnt oder stirbt“.

Die Leitung dieses taktischen Angriffes wurde dem transsilvanische Feldherr Janos Hunyadi übertragen.

Am 10. November griffen jedoch die Osmanen als erstes an, versuchten dann ins Hinterland zum rechten Flügel der verbündeten Armee zu gelangen und sie zu vernichten. Nach einem für beide Seiten wechselnden Erfolg, traten auch die persönlichen Truppen von Wladyslaw III. und Janos Hunyadi in den Kampf. Die gegnerischen Truppen wurden zerschlagen und das was übrig blieb weit über die Kampflinie zurückgedrängt. Nach der Vernichtung des linken osmanischen Flügels riet Hunyadi dem König, nicht alleine in den Kampf zu ziehen, sondern gemeinsam, die rechte gegnerische Flanke anzugreifen. Als Wladyslaw sah, dass die Osmanen auch dort zerschlagen wurden und sich zurückzogen und als er vielleicht der Meinung war, dass der Kampf schon gewonnen wurde, stürzte sich Wladyslaw zusammen mit 500 Rittern in einen Angriff gegen das Enitscher-Zentrum, zum Ort, wo sich Sultan Murad II. aufhielt. Trotz des Heldenmutes, womit der König und seine Kämpfer kämpften, wurde die Königstruppe zerschlagen. Fast alle Ritter starben, mitunter der erst 20-jährige Wladyslaw.

Ermutigt von ihrem Erfolg im Zentrum, den Königskopf auf einem Speer schwingend, starteten die Osmanen einen Gegenangriff und schnitten sich in die verbündete Armee ein. Hunyadi, der durch die eingetretene Änderung einsehen musste, dass er keinen Sieg erreichen konnte, erteilte den Befehl zum Rückzug. Die sich tief im Hinterland befestigten Hussiten, wurden vom Gegner umzingelt und fielen heldenhaft bis auf den letzten Kämpfer. Auf dem Kampffeld starben 10 000 Kämpfer von der verbündeten Armee und über 20 000 gegnerische Soldaten.

Noch 1924 errichtete die Öffentlichkeit in Varna, im Zentrum des Kampffeldes um die zwei thrakischen Grabhügel, einen Park und stellte ein bescheidenes Denkmal für Wladyslaw auf, elf Jahre später wurde dann noch, in einem der Grabhügel, ein Mausoleum für Wladyslaw Varnenchik gebaut. 1964 wurde der Park komplett umgebaut. Das Mausoleum wurde, mit der von Polen geschenkten Grabfigur von Wladyslaw Varnenchik erweitert. Es wurde eine Statue von Janos Hunyadi aufgestellt, und nicht weit davon – eine ebenmäßige Reihe von Denkmälern der gefallenen Kämpfer errichtet. Zudem wurde eine Opferecke eingerichtet und das Museumsgebäude gebaut. Dieses Museum zeigt eine Zusammenstellung, der auf dem damaligen Kriegsfeld gefundenen Gegenstände, welche vom Archäologischen Museum in Varna überreicht wurden. Wertvolle Exponate wurden aus Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Serbien gebracht. Besonderheit ist auch ein, dem Feldherr Janos Hunyadi gewidmeter, eigener Ausstellungsraum.

Parkmuseum Wladyslaw Varnenchik
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